Für Sicherheit im Ernstfall geübt

Wetzlar, 30. Mai 2026 – Auf dem Gelände der B+T Oberflächentechnik GmbH in der Ernst-Befort-Straße führten mehrere Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Wetzlar gemeinsam mit dem Umweltschutzzug, ABC-Einheiten sowie Drohnenkräften eine umfassende und realitätsnahe Großübung durch. Rund 70 ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner, darunter zahlreiche Spezialkräfte, nutzten die Gelegenheit, unter praxisnahen Bedingungen verschiedene Einsatzszenarien im industriellen Umfeld zu trainieren.

Organisatoren und Einsatzleiter bedanken sich bei den vielen Freiwilligen Feuerwehrleuten
Mit Atemschutzmasken ausgestattet arbeiten sich die Rettungskräfte im Kriechgang zur Unfallstelle
Die ausgelaufenen Chemikalien werden ordnungsgemäß aufgenommen
Nach Abschluss der Maßnahmen erfolgt die fachgerechte Dekontamination der eingesetzten Spezialkräfte.

Eine Großübung erfordert Vorbereitung und Organisation

Die Übung wurde von der FFW Büblingshausen angefragt, war im Vorfeld sorgfältig abgestimmt und als Großübung öffentlich angekündigt worden. B+T informierte die Nachbarschaft frühzeitig, sodass Anwohner und benachbarte Unternehmen die temporären Einschränkungen verständnisvoll akzeptierten und die Maßnahme als wichtigen Beitrag zur lokalen Sicherheit unterstützten.

Seitens der Feuerwehr erfolgte die Abstimmung mit Thomas Henkel, langjährigem Wehrführer der FFW Hermannstein. Die Einsatzkoordination vor Ort lag bei Dirk Schmidt, Wehrführer der Stadtteilwehr Steindorf und Sprecher der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Unterstützt wurde die Übung unter anderem durch Marcel Bertuleit, stellvertretender Zugführer des Umweltschutzzuges.

Auf Unternehmensseite begleiteten Frank Benner, Geschäftsführer der B+T Unternehmensgruppe, Betriebsleiter Ramazan Özcan sowie der Brandschutzbeauftragte Dirk Schäfer die Durchführung.

Im Mittelpunkt standen zwei realitätsnahe Einsatzszenarien. Ausgangspunkt war eine angenommene Verpuffung in der Werkshalle, im Bereich des Härteofens, während Wartungsarbeiten. Nach einem simulierten Knall mit Rauchentwicklung wurde die Werkshalle durch den Schichtleiter ordnungsgemäß geräumt und Alarm ausgelöst. Vier Personen galten zunächst als vermisst.

Szenario 1 – Verpuffung mit Rauchentwicklung

Nach der Evakuierung der Werkshalle informierte der Schichtleiter die ersteintreffende Führungskraft der Feuerwehr umfassend über die Lage vor Ort, die vermissten Personen sowie die betrieblichen Gegebenheiten. Der Einheitsführer übernahm daraufhin die erste Lagefeststellung, führte die Erkundung durch – er entdeckte dabei das zweite Einsatzszenario an der Laderampe zum Untergeschoss – und nahm eine Ersteinschätzung des Einsatzbedarfs vor. Aufgrund des festgestellten Schadensbildes und der gemeldeten Vermissten entschied er frühzeitig, weitere Kräfte nachzufordern und die notwendigen Spezialabteilungen über die Leitstelle alarmieren zu lassen.

Unter Atemschutz drangen die ersten Einsatzkräfte zur Menschenrettung in die Halle vor. Dabei wurden zwei verletzte Personen lokalisiert und gerettet. Eine orientierungslose Person mit angenommenen Rauchgasinhalationen konnte an den Rettungsdienst übergeben werden. Eine weitere bewusstlose Person wurde unter einem Metallbehälter eingeklemmt vorgefunden und durch die Einsatzkräfte befreit. Die Übung zeigte eindrucksvoll die Bedeutung schneller Lageerkundung, strukturierter Kommunikation und eingespielter Rettungsabläufe.

Szenario 2 – Austritt von Chemikalien

Zeitgleich wurde an der Laderampe des Untergeschosses ein Gefahrgut-Szenario geübt. Angenommen wurde ein Chemikalienaustritt während eines Entladevorgangs: Ein IBC-Behälter wurde durch die schreckbedingte Reaktion des Staplerfahrers nach der simulierten Verpuffung beschädigt und verlor kontinuierlich eine als Gefahrstoff deklarierte Flüssigkeit. Zur Simulation wurde ausschließlich Wasser mit grüner Lebensmittelfarbe verwendet, sodass zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Menschen, Umwelt oder Sachwerte bestanden.

Zunächst wurden die zwei betroffenen Personen unter erschwerten Bedingungen aus dem Gefahrstoffbereich gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. LKW und Gabelstapler wurden ordnungsgemäß gesichert.

Die eingesetzten ABC-Kräfte richteten umgehend einen Gefahrenbereich ein, bauten Dekontaminationsstationen auf und bereiteten den Einsatz unter Chemikalienschutzanzügen vor. Anschließend konnte der simulierte Gefahrstoffunfall durch Umpumpen des Behälterinhalts sowie die vollständige Aufnahme der ausgetretenen Flüssigkeit erfolgreich abgearbeitet werden. Nach Abschluss der Maßnahmen erfolgte die fachgerechte Dekontamination der eingesetzten Spezialkräfte.

Fazit

Für die beteiligten Feuerwehren bot die Übung die Möglichkeit, komplexe Einsatzlagen unter realistischen Bedingungen zu trainieren, die Zusammenarbeit unterschiedlicher Spezialabteilungen zu festigen und die örtlichen Gegebenheiten des Betriebsgeländes für mögliche Realeinsätze besser kennenzulernen. Insgesamt waren neben einem Einsatzleitwagen weitere Einsatzfahrzeuge sowie Abrollbehälter für Gefahrgut-, Atemschutz- und Strahlenschutzeinsätze vor Ort. Auch eine Drohneneinheit nahm an der Übung teil und unterstützte die Einsatzvorbereitung.

Frank Benner dankte den beteiligten Einsatzkräften für ihr ehrenamtliches Engagement und die professionelle Durchführung der Übung. Gleichzeitig bot die Veranstaltung auch dem Unternehmen wertvolle Erkenntnisse zur Überprüfung und Weiterentwicklung der internen Alarmierungs-, Kommunikations- und Evakuierungsabläufe. Darüber hinaus konnten vorhandene technische und organisatorische Schutzmaßnahmen erfolgreich auf ihre Wirksamkeit geprüft werden. Hierzu zählten unter anderem das ordnungsgemäß funktionierende Schott und dessen sachgemäße Handhabung im Bereich der Chemikalienanlieferung und -entladung, das im Übungsszenario eine Ausbreitung der simulierten Gefahrstoffe verhinderte, sowie die jederzeit verfügbare Bereitstellung von Sicherheitsdatenblättern und Begleitdokumenten für den Umgang mit Gefahrstoffen.

Zudem konnte die Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Feuerwehr unter realitätsnahen Bedingungen überprüft und weiter gefestigt werden. Die Übung bestätigte damit nicht nur die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren, sondern auch die Wirksamkeit der betrieblichen Sicherheits- und Vorsorgekonzepte. Für B+T stellte dies einen wichtigen Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung des Arbeits-, Umwelt- und Anlagenschutzes dar.

Übungsleiter Dirk Schmidt zog ebenfalls ein positives Fazit. Übungen dieser Art seien unverzichtbar, um Einsatzkräfte auf komplexe Schadenslagen vorzubereiten und die Sicherheit von Bevölkerung, Beschäftigten und Umwelt weiter zu erhöhen. Trotz des anspruchsvollen Szenarios zeigte die Übung, dass die vorhandenen Schutz- und Sicherheitskonzepte wirksam greifen und eine koordinierte Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich ist.

Dieser Einschätzung konnte sich auch Thomas Henkel anschließen und bedankte sich herzlich bei Frank Benner für die Möglichkeit, die Übung in dessen Betrieb durchführen zu können.

Nach Abschluss der Übung kamen die Einsatzkräfte und Unternehmensvertreter bei erfrischenden Getränken und gegrillter Bratwurst zum gemeinsamen Austausch zusammen. Mit einer Spende an die Wetzlarer Feuerwehren bedankte sich die B+T Unternehmensgruppe für das Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Die Bilanz des Tages fällt durchweg positiv aus: Die Übung verlief planmäßig, ohne reale Gefährdungen oder Schäden. Gleichzeitig konnten wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall gewonnen werden. Für die Zukunft sind bereits weitere Übungen mit unterschiedlichen Szenarien geplant. Davon profitieren nicht nur die beteiligten Organisationen und das Unternehmen, sondern letztlich die gesamte Region.


Kontakt:
B+T Unternehmensgruppe

Sigrid Frey
Marketing / Kommunikation
Tel.: 06441 / 7806-0
Mail: s.frey@bt-unternehmensgruppe.de

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